Das steckt wirklich hinter den größten Optikmythen

Jeder kennt sie – Mythen aus der Welt des Sehens: Der Verzehr von Karotten stärkt die Sehkraft, beim Schielen können die Augen schief stehen bleiben und Augentraining verhindert Alterssichtigkeit. Doch was ist wirklich richtig und welche Fakten nur ausgedacht? Mister Spex-Optikerin Nicola Kahle weiß, was wirklich hinter den größten Optikmythen steckt und klärt auf.

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Das Gemüse enthält viel Vitamin A. Dieses unterstützt den Körper unter anderem beim Knochenwachstum und der Entwicklung der Nervenzellen. Auch die Netzhaut im Auge ist auf das Vitamin angewiesen. „Bei einer gesunden Lebensweise nimmt man ganz automatisch genügend Vitamin A zu sich“, weiß Nicola Kahle. „Nur bei einem andauernden Mangel würden Sehprobleme auftreten.“ Im Gegenzug bedeutet das jedoch nicht, dass sich eine Überversorgung positiv auf die Sehkraft auswirkt und der erhöhte Verzehr von Karotten zu schärferem Sehen verhilft.AusgabeRatgeber-02

In der Kindheit wurde ständig davor gewarnt: Das heimliche Lesen unter der Bettdecke ist schlecht für die Augen! Auch die Mister Spex-Expertin hört ständig von diesem Mythos: „Tatsächlich ist das Lesen in dunkler Umgebung anstrengend für den Sehnerv, da es schwieriger ist, kleine unscharfe Buchstaben zu entziffern. Der Muskel muss sich stärker bemühen und es kommt leicht zu Kopfschmerzen und geröteten Augen.“ Ein Grund zur Sorge ist das jedoch nicht, vom meist nur kurzen Lesen im Dunkeln erholen sich die Augen schnell und es kommt zu keinem Verlust der Sehstärke.

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Der Fakt, dass die Augen beim Schielen stehenbleiben können, ist ein Mythos. Es gibt in der Medizin keinen dokumentierten Fall, der dieses belegt.

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Der geringe, immer gleich bleibende Abstand beim Fernsehschauen oder der Arbeit am PC ermüdet ähnlich dem Lesen im Dunkeln die Augen. Nicola Kahle: „Beim Schauen auf den Bildschirm wird das Blinzeln vergessen, die Augen werden schneller trocken, erröten und schmerzen – das ist zwar unangenehm, hat jedoch keinen Einfluss auf das Sehvermögen.“ Es hilft, den Blick zwischendurch in die Ferne schweifen zu lassen und den Abstand zum TV oder PC gelegentlich zu verändern. Bei trockenen Augen eignen sich Nachbenetzungstropfen für ein entspanntes Fernsehvergnügen.

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Im Alter verändert sich die Augenlinse und es kommt zu einer Weitsichtigkeit. Beim Sehen in der Nähe, zum Beispiel während des Lesens, muss sich die Linse mit Hilfe eines Muskels im Auge wölben. Es könnte also gemutmaßt werden, dass dieser Muskel trainiert werden und somit die Sehfähigkeit auch im Alter erhalten bleiben kann. „Tatsächlich ist die Alterssichtigkeit keine Fehlfunktion des Augenmuskels,“ weiß Nicola Kahle. „Die Linse verliert an Elastizität und kann sich daher nicht mehr auf die Nähe einstellen – auch mit Training ist dieser natürliche Prozess leider nicht aufzuhalten.“

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