Starke Kurzsichtigkeit

Wer unter einer Kurzsichtigkeit, med. auch Myopie, leidet, kann Objekte in der Ferne nur unscharf und verschwommen wahrnehmen. Für das Auftreten einer Kurzsichtigkeit gibt es im Wesentlichen zwei Ursachen: So kann der Augapfel entweder zu lang und/oder aber die Brechkraft der Linse, des Kammerwassers und der Hornhaut im Verhältnis zur Länge des Augapfels zu stark sein. Im ersten Fall spricht man von einer sogenannten Achsenmyopie, im zweiten Fall von einer Brechungsmyopie. In beiden Fällen ist das Resultat aber gleich: Der Brennpunkt – d.h. der Punkt, an dem die einfallenden Lichtstrahlen gebündelt werden – befindet sich vor und nicht auf der Netzhaut, was zu einer unscharfen Abbildung führt.

Einfache Kurzsichtigkeit (Myopia simplex)

Eine Kurzsichtigkeit ist in den meisten Fällen genetisch bedingt. Sie setzt für gewöhnlich in der Kindheit oder frühen Jugend ein. Eine Verstärkung der Kurzsichtigkeit, d.h. die Verschlechterung der Sehstärke, endet meist um das 25. Lebensjahr herum. Die individuelle Sehstärke pendelt sich dann um einen relativ festen Wert ein. Eine Korrektur erfolgt in der Regel durch die Zuhilfenahme einer Brille oder von Kontaktlinsen.

Starke Kurzsichtigkeit (auch pathologische oder maligne Myopie)

Besonders starke Formen der Kurzsichtigkeit treten sehr selten auf und werden als Krankheit aufgefasst. Etwa 1 – 3% der Bevölkerung sind davon betroffen. Ärzte sprechen überlicherweise ab einer Sehstärke von mehr als -6 Dioptrien oder bei einer Augapfellänge von mehr als 26 mm von einer pathologischen Kurzsichtigkeit.

Sie ist auf eine übermäßige Dehnung des Augapfels zurückzuführen, welche Netz- und Aderhaut in Mitleidenschaft ziehen kann: In Folge des starken Längenwachstums werden sie zunehmend dünner, das Gewebe beginnt zu schwinden. Typisch für eine pathologische Kurzsichtigkeit ist der sogenannte „Fuchs-Fleck“. Dabei handelt es sich um eine pigmentierte Narbe im Bereich der Makula (des Netzhautzentrums), die durch das Auftreten von Blutungen in der Netzhaut infolge der verstärkten Dehnung zustande kommen kann. Diese möglichen Veränderungen an der Netzhaut des Auges können die Sehkraft weiter einschränken. Daher ist es bei einer starken Kurzsichtigkeit ratsam, regelmäßig Untersuchungen durch einen Augenarzt vornehmen zu lassen. Darüber hinaus kann eine starke Kurzsichtigkeit zu Netzhautrissen und schließlich auch zu einer Netzhautablösung führen. Risse in der Netzhaut äußern sich häufig durch das Auftreten sogenannter „Lichtblitze“. Werden diese wahrgenommen, ist schnelles Handeln unabdingbar – es muss umgehend ein Arzt oder Krankenhaus aufgesucht werden.

Auch bei stark Kurzsichtigen kann zur Korrektur auf Kontaktlinsen oder auf eine Brille zurückgegriffen werden. Heutzutage ist es hierbei auch möglich, Gläser mit hohen Dioptrienwerten dank eines höheren Brechungsindex verhältnismäßig dünn anzufertigen. Darüber hinaus kann unter bestimmten Voraussetzungen auch ein operativer Eingriff (z.B. Lasik-Verfahren) Abhilfe schaffen. Dieser birgt jedoch nicht zwingend eine Erfolgsgarantie. Ab einer Kurzsichtigkeit von -10 Dioptrien kann auch eine Kunstlinse implantiert werden. Diese wird vor oder hinter der Regenbogenhaut (zusätzlich zur vorhandenen Linse) eingesetzt.